MONTAGE VON KOMPENSATOREN

Die berechnete Lebensdauer eines Kompensators basiert auf der Voraussetzung, dass der Kompensator niemals einer mechanischen oder thermischen Belastung über den angegebenen Auslegungsdaten hinaus ausgesetzt wird. Um die maximale Lebensdauer, Druckbeständigkeit und Zuverlässigkeit zu erreichen, ist bei der Handhabung und Lagerung sowie der Montage von Kompensatoren mit Vorsicht vorzugehen. Für die notwendige Sorgfalt sollten folgenden Hinweise berücksichtigt werden. Ein Nichteinhalten der Montagesanleitung bei der Montage von Kompensatoren kann die Lebensdauer und die Druckbeständigkeit des Kompensators verringern, was zu Schäden oder im schlimmsten Fall zu einem Ausfalls des Kompensators oder des Rohrsystems führen kann.

 

LAGERUNG UND TRANSPORT VON KOMPENSATOREN

Belman empfehlen, dass sofort nach Erhalt des Kompensators eine visuelle Inspektion durchgeführt wird, um sicherzustellen, dass dieser nicht während des Transports beschädigt wurde.

  • Transportbeschläge, Zuganker, Gelenke oder Kardangelenke dürfen nicht zum Anheben oder als Hebeösen verwendet werden. Der Kompensator darf nicht mit Seilen oder Ketten um den Kompensator angehoben werden und darf nicht in einer Art und Weise gehoben werden, bei der der Kompensator mechanisch belastet wird.
  • Der Kompensator darf bei der Handhabung und Montage keiner Torsionsbelastung ausgesetzt werden.
  • Der Kompensator sollte auf einer ebenen, festen Oberfläche in einer sauberen und trockenen Umgebung unter einem Dach oder einer anderen regendichten Abdeckung gelagert werden.
  • Kompensatoren dürfen nicht übereinander gestapelt oder gegeneinander geschlagen werden.
  • Wenn das Gewicht der Endstücke dazu führt, dass sich der Balg verbiegt, sollten die Enden mit Holzabstützungen abgestützt werden.
  • Es ist darauf zu achten, dass keine mechanischen Schäden oder Schäden durch Wasser, Feuchtigkeit, Sand, Erde, Baustoffe oder Chemikalien entstehen.

 

Transport-/Vorspannbeschläge am Kompensator

Transport- und Vorspannbeschläge sind mit gelb-schwarz gestreiftem Band gekennzeichnet. Diese Vorrichtungen dürfen ERST bei der Montage von Kompensatoren entfernt werden. Bei vorzeitiger Demontage dieser Vorrichtungen kann sich der Kompensator in eine fehlerhafte Position bewegen und möglicherweise Personen gefährden, die in der Nähe arbeiten. Darüber hinaus kann ein vorzeitiges Entfernen dazu führen, dass der Kompensator nicht wie vorgesehen funktioniert, was zu einer verkürzten Lebensdauer oder im schlimmsten Fall zum Ausfall des Kompensators führen kann.

 

MONTAGE VON KOMPENSATOREN

Die Montage muss von entsprechend geschultem und kompetenten Personal durchgeführt werden, das in Übereinstimmung mit den einschlägigen Gesetzen und Vorschriften für den Arbeitsschutz arbeitet.

 

Vor der Montage von Kompensatoren

Sofern in den Auslegungsdaten des Kompensators nicht ausdrücklich angegeben, ist der Kompensator nicht zum Ausgleich von Montageungenauigkeiten in der Rohrleitung ausgelegt und darf nicht für derartige Verbindungen verwendet werden. Vor der Montage von Kompensatoren muss überprüft werden, ob der Kompensator unbeschädigt ist und keine Einbeulungen, beschädigte Armaturen, Wasserflecken am Stahl (einsetzender Rost) usw. aufweist. Es sollte auch sichergestellt werden, dass:

  • Der Kompensator frei ist von Fremdkörpern wie Isoliermaterialien, Schmutz oder Ablagerungen.
  • Die Dichtflächen an den Flanschen eben und sauber sind.
  • Der Spalt in der Rohrleitung, in der der Kompensator eingebaut werden soll, der vorgegebenen Einbaulänge des Kompensators unter Berücksichtigung der Fertigungstoleranzen entspricht. Der Kompensator muss in der in den Spezifikationen angegebenen Länge montiert werden.
  • Die Anschlussenden der Rohrleitung sauber und korrekt zum Schweißen vorbereitet sind.
  • Der Einbauort des Kompensators in der Rohrleitung dem vom Anlagenplaner festgelegten Ort entspricht.
  • Die Dehnung der Rohrleitung den Auslegungsdaten des Kompensators entspricht.
  • Die angrenzenden Rohrleitungen korrekt verlegt und mit Fixpunkten und Gleitlager versehen sind.
  • Die Fixpunkte müssen ausreichend sein, um Reaktionskräfte aus dem Kompensator sowie alle anderen Rohrleitungslasten aufzunehmen.
  • Nur ein Kompensator zwischen zwei Fixpunkten montiert wird.
  • Zugankern an Lateralkompensatoren korrekt montiert und sicher sind.

 

Fixpunkte/Gleitlager

Fixpunkte und Gleitlager an der Rohrleitung müssen gemäß den Richtlinien in EJMA so angebracht werden, dass:

  • Die Kompensator nicht den Eigenlasten der Rohrleitung ausgesetzt ist.
  • Die Rohrleitung nicht hängt, „schwebt“ oder „in Schlangenlinien“ zwischen Fixpunkte und Gleitlager verläuft.
  • Ein Aufhängen in Pendellagern/Schlaufen ist zu vermeiden. Als Führungslager dürfen nur Gleit- oder Rollenlager verwendet werden.
  • Bei Verwendung von Kompensatoren darf der Abstand das 4-Fache des Nenndurchmessers der Rohrleitung nicht überschreiten.
  • Der Abstand zwischen dem ersten und zweiten Lager darf das 14-Fache des Nenndurchmessers der Rohrleitung nicht überschreiten.
  • Der Abstand zwischen den übrigen Gleitlagern darf das 21-Fache des Nenndurchmessers der Rohrleitung nicht überschreiten. Dieser Abstand muss verringert werden, falls dies zur Stabilisierung der Rohrleitung erforderlich ist.

 

Während der Montage von Kompensatoren

  • Bei Schweiß- oder Schleifarbeiten in der Nähe des Kompensators sollte dieser gegen Schweißspritzer und Schmutz geschützt werden. Wir empfehlen die Verwendung einer chloridfreien Schweißdecke.
  • Es ist darauf zu achten, dass kein versehentlicher Lichtbogen an den dünnwandigen Bälgen des Kompensator entsteht.
  • Der Kompensator ist vor Beschädigungen durch Bauarbeiten in angrenzenden Bereichen zu schützen. Spritzer von Mörtel oder Putz können den Kompensator beschädigen und sind zu vermeiden.
  • Falls der Kompensator mit einem Innenleitrohr ausgestattet ist, achten Sie darauf, dass der Strömungspfeil auf dem Kompensator in Richtung des Systemstroms zeigt.
  • Bei der Montage von Angularkompensatoren ist es wichtig, dass die Gelenke in der richtigen Ausrichtung sind.
  • Legen Sie keine Torsionskräfte an den Kompensator an, um die Schrauben bei Ausführungen mit Flansch auszurichten.
  • Komponenten wie Zuganker, Gelenke und Kardangelenke dürfen nicht entfernt werden. Sie sind Teil der Integrität und Funktionalität des Kompensators.
  • Bei der Montage ist darauf zu achten, dass der Balg beim Anziehen von Schrauben nicht mit Schraubenschlüsseln oder anderen Werkzeugen beschädigt wird.
  • Bei Ausführungen mit Flansch ist darauf zu achten, dass überlange Bolzen oder Schrauben den Balg nicht berühren und beschädigen.
  • Wenn Kompensatoren ohne Mantel geliefert werden und eine Isolierung angebracht werden soll, sollte eine Isolierabdeckung angebracht werden, um zu verhindern, dass Isoliermaterial zwischen den Bälgen eingeschlossen wird, wo es die korrekte Funktion des Balgs beeinträchtigen kann.

 

Nach Abschluss der Montage von Kompensatoren

Bevor das fertige System geprüft und in Betrieb genommen wird, sollte es einer Sichtprüfung unterzogen werden. Langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass eine sorgfältige Überprüfung der Anlage vor der Druckprüfung und der endgültigen Inbetriebnahme dazu beiträgt, eine erfolgreiche Montage von Kompensatoren und eine optimale Performance sicherzustellen. Vor der Druckprüfung und im Rahmen des Prüfverfahrens ist sicherzustellen, dass alle temporären Transport- und Vorspannbeschläge (gekennzeichnet mit gelb-schwarz gestreiftem Band) vom Kompensator entfernt werden.

 

DRUCKTEST

Die Drucktest ist gemäß den in der Zeichnung angegebenen Prüfvorschriften und/oder den Kennzeichnungsschildern am Kompensator durchzuführen.

 

Vor dem Drucktest
FOLGENDES ÜBERPRÜFEN

  • Wurde der Kompensator bei der Montage von Kompensatoren beschädigt?
  • Ist das gesamte Rohrsystem, insbesondere fixpunkte, Lager und Kompensatoren, gemäß den Zeichnungen in der Montageanleitung installiert?
  • Ist der Kompensator korrekt in das System eingebaut und wird nicht zur Korrektur von Fertigungsungenauigkeiten verwendet?
  • Ist die Flussrichtung des Kompensators korrekt?
  • Sind Bälge und andere bewegliche Teile des Kompensators frei von Fremdkörpern wie z. B. Isoliermaterial?
  • Wurden alle Transportstangen, Vorspannbeschläge, Schutzelemente und Verpackungsmaterialien entfernt?
  • Sind alle Führungen, Stützen und Kompensatoren dafür ausgelegt, die zu erwartenden Bewegungen im Rohrsystem zu ermöglichen?
  • Wenn das System für ein leichtes Medium wie Luft oder Gas ausgelegt ist und mit einem schwereren Medium wie Wasser geprüft werden soll, wurden die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass die zusätzlichen Eigenlasten des Kompensator- und Rohrsystems sicher aufgenommen werden können?

 

Während der Druckprüfung
FOLGENDES ÜBERPRÜFEN

  • Der Druck sollte schrittweise erhöht werden, bis der angegebene Prüfdruck erreicht ist.
  • Überprüfen Sie den Kompensator auf Undichtigkeiten an den Anschlüssen und die Manometer auf Druckabfälle.
  • Überprüfen Sie den Kompensator auf Anzeichen von Verdrehung, Instabilität, Verformung an den Bälgen oder unerwartete Bewegung einer Komponente.
  • Jede unerwartete Bewegung des Rohrsystems, die druckbedingt sein könnte, muss untersucht und behandelt werden.

 

Nach der Druckprüfung
FOLGENDES ÜBERPRÜFEN

Das Kompensator- und Rohrsystem sollte wie geplant verwendet werden. Insbesondere sicherstellen, dass Festpunkte und ihre Befestigung im Boden oder an Bauwerken keine Anzeichen von Beanspruchung aufweisen. Es ist zu beachten, dass nach der Prüfung ein Rest des Prüfmediums im Balg verbleiben kann. Falls dies die Funktion des Systems beeinträchtigen könnte, kann es notwendig sein, diesen Rest zu entfernen.

 

FOLGENDES VERMEIDEN

  • Herunterfallen oder Stöße auf den Balg.
  • Verwenden chloridhaltiger Reinigungsmittel.
  • Verwenden von Stahlwolle oder Stahlbürsten auf dem Balg.
  • Im Zweifelsfall sollte die Druckprüfung ohne vorherige schriftliche Bestätigung durch uns mit maximal dem 1½-Fachen des Auslegungsdrucks durchgeführt werden.

 

WARTUNG VON KOMPENSATOREN

Ein korrekt dimensionierter und korrekt installierter Kompensator erfordert keine besondere Wartung außer der Inspektion, die für die anderen Teile des Rohrsystems durchgeführt wird, in die der Kompensator eingebaut ist. Wir empfehlen, das Rohrsystem während seiner gesamten Lebensdauer regelmäßigen Inspektionen zu unterziehen. Ziel dieser Inspektionen ist es, das Vorhandensein von Rost zu überprüfen, ob sich Teile gelöst haben usw. Die Häufigkeit dieser Prüfungen wird individuell basierend auf der Funktion des Systems, den auftretenden Lasten usw. festgelegt. Das Vorstehende garantiert nicht, dass keine Schäden auftreten, reduziert das Risiko jedoch erheblich. Es kann hilfreich sein, die häufigsten Ursachen für Fehler in Kompensatoren zu kennen. Es ist jedoch schwierig, alle allgemeinen Wartungsempfehlungen aufzulisten, da Kompensatoren ein breites Anwendungsfeld haben und viele Kompensatoren für eine bestimmte Anwendung konstruiert werden. Im Folgenden möchten wir Sie auf die häufigsten Fehlerursachen aufmerksam machen:

 

Transport- und Handhabungsschäden

  • Schäden durch Stöße, Beulen, Schrammen und Kratzer am Balg aufgrund unsachgemäßer Handhabung oder nach der Montage von Kompensatoren.
  • Unvorhergesehene schädliche Umwelteinflüsse wie Korrosion durch Salz, Chemikalien oder dergleichen in der Atmosphäre.

 

Schäden und Fehler bei der Montage von Kompensatoren

  • Falsche Lage – Montage von Kompensatoren an einer Stelle in der Rohrleitung, die vom Anlagenplaner nicht vorgesehen ist.
  • Verwendung des Kompensators zur Korrektur von Fabrikationsfehlern ohne vorherige Bestätigung durch den Planer.
  • Ermüdungsbruch durch Bewegungen, für die der Kompensator nicht ausgelegt ist, insbesondere seitliche Bewegungen.
  • Schäden durch Ansammlung von Fremdkörpern und in der Folge Abdichtung zwischen den Bälgen. Dies kann den Balg innen oder außen betreffen.
  • Überdruck im Rohrsystem.
  • Vorzeitiges Entfernen von Transport- oder Spannvorrichtungen oder Nicht-Entfernen nach der Montage.
  • Schäden durch Schweißspritzer durch mangelnden Schutz bei der Montage von Kompensatoren.
  • Montage von Geräten mit Leitblechen mit fehlerhafter Ausrichtung der Leitbleche gegen die Strömungsrichtung.

 

Schäden im Betrieb

  • Durch das Strömungsmedium verursachte Korrosionsschäden, insbesondere im Zusammenhang mit Chlorid.
  • Ermüdungsausfall aufgrund unvorhergesehener Vibrationen im System.

 

Detailliertere Informationen zur Montage von Kompensatoren & erklärende Abbildungen

In der Montagesanleitung von Belman finden Sie weitere Informationen und erklärende Abbildungen usw. zur optimalen Montage von Kompensatoren.

Diese Montagesanweisungen liegen allen Kompensatoren von Belman bei. Um unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen, ist die Anleitung für die Montage von Kompensatoren mehrsprachig und enthält Anweisungen unter anderem in Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch, Indisch und weiteren Sprachen.

 

Falls Sie Fragen oder Zweifel bei der Montage von Kompensatoren haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.


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